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Geschichte

Wenn wir die Geschichte des Chiado systematisieren,können wir sagen, dass sie durch drei große Phasen gegangen ist: erstens: als privilegierter Ort des Klerus. Dies belegen die Klöster und Kirchen.  Später  hielten sich dort die Edlen und der Adel auf, besonders nach dem Erdbeben. 

Von allen Gebäuden im Chiado, die Geschichte machten, und noch heute in Erinnerung sind, hebt sich  zweifelsohne das Gebäude ab, in dem heute die großen Geschäftshäuser (armazéns) des Chiado untergebracht sind. Es vereint die verschiedene Phasen des Chiado in sich, sein Pulsieren, die Erfahrungen und sukzessiven Veränderungen. Zweifelsohne ist es dieses Gebäude, das von all dem ein Zeugnis ablegt.  Der Stadtteil reflektiert sogar die Unglücksfälle und Naturkatastrophen, von denen er wiederholt betroffen war.

Heute erinnert nichts mehr an die Funktionen des Klosters und des Palastes.  Viele Veränderungen traten ein, es gab unzählige Baumaßnahmen und Restaurierungen, die aus den verschiedensten Gründen durchgeführt worden waren.  Dadurch verschwanden allmählich die Spuren der Vergangenheit, wenn auch das geübte Auge eines Kenners hie und da ersetzte Elemente ohne Schwierigkeiten mit der Historie und Glorie vergangener Tage in Verbindung bringen könnte.

Unabhängig von seinem bis heute durchlaufenen Werdegang, haben wir es zweifelsohne mit einem sehr alten Gebäude voller Geschichte und Erinnerungen zu tun. 

 

CHRONOLOGIE

Wann die ersten Gebäude entstanden, kann nicht mit Genauigkeit gesagt werden.  Es ist bekannt, dass im Jahr 1279 hier eine Kapelle und ein Krankenhaus einer Brüderschaft standen. 

Im Jahr 1971 gehen die Gebäude als Schenkung an die Oratorianer (Priester) der  Kongregation von São Filipe Néry über. Von den berühmten Oratorianern, die hier lebten, heben sich der Gründer des Ordens in Portugal, Bartolomeu de Quental, und der Priester Padre Manuel Bernardes hervor.

Das Gebäude blieb vom Erdbeben im Jahr 1755 nicht verschont und wurde völlig zerstört.    

Mit dem Wiederaufbau wird José Joaquim Ludovice beauftragt, Sohn des Architekten von Mafra, der es im Jahr 1792 fertiggestellt übergibt. Es handelt sich um ein schönes Beispiel des Spätbarrocks mit einer Mischung aus der Schule von Mafra, dem pombalinischen und dem neoklassischen Stil.  

Laut der Aussgage von Pinheiro Chagas wurde das Gebäude zu einem Schleuderpreis verkauft.  Im Jahr 1836 wurde es von Manuel José de Oliveira, einem reichen Händler aus Madeira gekauft. Dieser war auch als Manuel dos Contos bereit und erhält von Dona Maria II. den Titel Baron von Barcelinhos. Damals befahl der Baron von Barcelinhos die Pfeiler abzunehmen und an der Fassade des Nationaltheaters anzubringen. Schließlich schmückten sie den Eingang zum alten Lissabonner Polytechnikum. 

Nach dem Tod des Barons werden Hotels und eine Reihe von Geschäften in dem Gebäude untergebracht.

Dort befanden sich das Hotel Embaixador, das Hotel Europa, auch als Hotel de l´Europe bekannt, wo sich Sara Bernhard bei ihrer Ankunft in Lissabon, am 1. April 1888, einquartiert.

Das Hotel Gibraltar, hinter dessen Fenstern in der Nacht des 31. Oktobers 1878 zum ersten Mal im Chiado elektrisches Licht eingeschaltet  wurde.

Das berühmteste war jedoch das Hotel Universal. Dort kamen auch Opern zur Aufführung . In diesem Hotel hatten sich Camilo Castelo Branco und Elisa Hensler, die zukünftige Gräfin von Edla, zweite Gattin des Königs Ferdinand von Sachsen-Coburg, einquartiert. Einige Schauplätze aus Eça´s Buch "A Capital" sind dort anzusiedeln. 

Zu den berühmtesten der vielen Fachgeschäfte zählte der Schneider João Keil, Vater und Autor der  Nationalhymne, und das Atelier des Hoffotografen, J. Camacho.

 

DER ERSTE BRAND

Am 29. September 1880 bricht im Palast ein Feuer aus. Der Innenbereich wird größtenteils zerstört, insbesondere der Teil, in dem sich die Hotels Europa und Gibraltar befinden. Die Kapelle kann nicht gerettet werden.

Der Wiederaufbau wird im Jahr 1894 beendet. In diesem Jahr richtet sich dort die Companhia dos Grandes Armazéns do Chiado (Gesellschaft der großen Geschäftshäuser des Chiado) ein. Zwei Franzosen, Luis Bonneville und Émile Phillipot sind die Gründer  der Gesellschaft, deren erster Slogan "Bien faire et laisser dire"  ("Billiger als alle anderen verkaufen") lautet.  Es ist der gescheiterte Versuch, sich auf den Wettbewerb einzustellen, besonders die benachbarten Armazéns Granella (große Geschäftshäuser Granella).  In dem ungleichen Kampf mussten die Franzosen drei Jahre später ihr großes Kaufhaus schließen, in dem sie vornehmlich französische Konfektionen, Juwelierartikel und Parfüm verkauft hatten.

 

DIE GROßEN GESCHÄFTSHÄUSER DES CHIADO

 Vor der Jahrhundertwende, im Jahr 1899, zieht ein neuer Mieter in den Palast ein, der aufgrund seiner Größe und Bedeutung dauerhaft mehr als ein Jahrhundert lang nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch den Chiado und Lissabon mit Auswirkung auf das ganze Land prägt: die Grandes Armazéns do Chiado (die großen Geschäftshaäuser des Chiado). 

Im April 1888 gründen die Brüder Joaquim Nunes dos Santos die Firma Nunes dos Santos e Companhia.

Die beiden Herren besitzen auch einen unerschütterlichen Sinn für die Geschäftsverwaltung. Es ist ihnen daran gelegen, mit festen Schritten voranzugehen und abenteuerliche Wagnisse zu vermeiden.

"  Sämtliche in den Geschäftshäusern getätigten Einkäufe werden Ihnen gratis ins Haus geliefert. Dafür haben wir einen gut ausgebauten Autoservice mit Fahrzeugen der Marke Peugeot".

AUS: Katalog der großen Geschäftshäuser des Chiado von 1905-1910

"Champagner CHIADO, natürlich pur, köstlich - ohne Drogen (chemische, künstliche Zusätze).  Es geht hier nicht um eine Kopfschmerzfabrik, sondern ein sicheres Mittel diese zu vermeiden, indem Sie ihn trinken!". 

Im Jahr 1935 erteilt die Geschäftsführung den Auftrag, auf dem gesamten Dach eine verglaste Terrasse zu bauen, die als Restaurant benutzt werden soll.   Der Innenbereich wird umgebaut und erhält neue  Galerien. Des Weiteren werden Rolltreppen eingebaut.   Zurzeit besteht dieser Bereich aus Grünfläche vor den  Zimmern Premium und der Bar/Restaurant Panoramablick des Hotels do Chiado.

 

DER 2. BRAND

Am Morgen des 25. August des Jahres 1988 bricht ein heftiges Feuer aus und zerstört das Gebäude vollständig, ebenso benachbarte Bauten und einen Großteil des Chiado. Dies wurde damals als eine der größten  Tragödien in diesem Stadtteil erlebt. 

Nach einem Jahrhundert Bestehen verschwanden die Grandes Armazéns do Chiado für immer.

 

DER WIEDERAUFBAU

20 Jahre nach dem Unglück gewinnt der Chiado durch die Hand des berühmten Architekten Siza Vieira wieder seine Seele. Der Bauplan ist sehr eigen und beweist  einmal mehr die Genialität des Architekten.

Die Begründung des Architekten: " In meiner Planung ist die Funktion des Gebäudes das Allerwichtigste. Andererseits gründet mein Plan aber auch auf der Befreiung von dieser Prämisse, dieser Leistung und dieser Funktion, die nicht ignoriert werden kann.  Von daher gibt es eine Art Befreiung. Die Architektur wird von der Macht benutzt. Architektur wird gemacht oder nicht gemacht - kommt darauf an, wer sie kauft.  Im Grunde genommen ist sie nicht autonom. Ein Maler greift ganz einfach nach der Leinwand, schafft sein Werk ...der Architekt arbeitet in Abhängigkeit vom Auftraggeber.  Ihr Ausdruck ist nicht autonom, wie etwa die Malerei, die Bildhauerkunst ..."

Der Chiado gewann wieder an Leben  und sein Statut als wichtigste Einkaufsarterie Lissabons.  Er ist wieder der Treffpunkt von Intellektuellen und Künstlern, ein Grund dafür, dass die Touristen hier spazieren gehen und nicht zuletzt ist der Chiado der Ausgangspunkt für das bewegte Nachtleben im Bairro Alto. 

Hotel do Chiado Tripadvisor
Classificado por 112 clientes
4,5 / 5
Hotel do Chiado
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